Dänemark-Trainingslager

Sport–Spiel-(Ent-)Spannung

Eine Kurzreise der ALG-VfL Bokel nach Henne Strand in Dänemark vom 13.05. – 17.05.2022

Dänemark-Freizeit

Schon die Planungsphase ließ die Vorfreude auf dieses von Frank angeregte Trainingslager ansteigen. Zwei schöne Häuser, sanft eingebettet in eine Dünenkette und strandnah gelegen, waren günstig gebucht und die Räume im Losverfahren an die neun Teilnehmer/innen vergeben worden.

Wer beim Vorbereitungstreffen noch glaubte, hier wird eine Kurz- und Konsumfreizeit überladen mit Essen, Spielen und Trainingseinheiten, rieb sich schon zu Beginn schnell die Augen und war erstaunt über die gute Planung, das köstliche Essen und den Spaß, den alle Beteiligten an den Aktionen und am Austausch miteinander hatten.

Als gegen Freitagnachmittag die ersten ALG-ler eintrafen, Räumlichkeiten letztlich geklärt und bezogen waren,
ging es gleich erstmal an die Küchenarbeit.

Köstlicher Spargel mit Kartoffeln und Wildfleisch wurde zum Wein (!) gereicht. Erste Komplimente verdienten sich damit Yvette R., verantwortlich für den Asparagus und Gerhard, der das Wild nicht nur selbst geschossen, zerlegt und zubereitet hatte, sondern auch noch fachkundig, quasi als Gewürzmischung, viele Details aus Natur- und Jägerei zu erzählen wusste.

Dieses erste edle Essen war der „Dosenöffner“ für einen folgenden launigen Abend, gefüllt mit interessanten Gesprächen, Boule und Mini-Tischtennisspielen und vielem mehr.

Wer jedoch meinte, dass durch die abendliche Partystimmung die zuvor festgelegte Tagesplanung ins Wanken geraten könnte, hatte die Disziplin der Truppe unterschätzt!!

Dänemark-Freizeit

Morgens 7:30 waren alle vollzählig dabei, um sich durch Übungen aus dem Qi-Gong und Tai Chi Chuan inspirieren zu lassen und sich energetisch zu stärken. Eine Stunde lockere Dehnungen mit meditativem Charakter! Kann man schöner einen Tag beginnen?

Aber nicht nur Tai Chi vor dem Frühstück, nein, auch eine Portion Sport stand täglich morgens auf dem Programm. Und so ging es in verschiedenen Laufgruppen an den Strand, nach Tempo eingeteilt auf Strecken zwischen 5 und 10 km. Die beiden Yvette`s jedoch waren durch Tai Chi so infiziert, dass sie,
statt zu joggen, noch eine Runde Yoga folgen ließen.

So erschien dann das Frühstück wie ein vorgezogenes Mittagessen und wurde ausgiebig zelebriert (bis zu 2 Stunden).
Es entstand mehr und mehr eine wohlige Zufriedenheit, die sich jedoch immer wieder in neue Aktionen auflöste.
Oft war es Roman, der plötzlich sieben Freizeitpapas hatte, der immer wieder zu neuen Spielen herausforderte oder aber der „Terminplan“, der zur Erfüllung die Sportler/innen drängte.

Dänemark-Freizeit

Nachmittags dann zur Fahrradtour, zunächst mal zum Bla – bjerg. Nach wenigen Kilometern landeinwärts tat sich für alle Crossfreunde ein weitverzweigtes Radwegenetz um den Hügel herum auf, das durchaus als anspruchsvoll bezeichnet werden darf. Durch verschiedene Komplikationen, wie „Verlust“ eines Teammitglieds und einige glimpflich verlaufende Stürze, entstand nicht nur eine gewisse dramatische Stimmung, sodass einige Teilnehmer nicht nur das Kaffeetrinken verpassten, sondern auch den Start ins zweite große Abendmenue, für das Yvette P. verantwortlich zeichnete. Köstlich, köstlicher Blumenkohl nach „Jevenstedter Art“ bereitet, ließ alle Tageswidrigkeiten vergessen und einen weiteren launigen Abend sich anschließen.

Das Frühprogramm am Sonntag wurde wegen der Langschläfer dann schon mal um eine ¼ Stunde nach hinten verlegt; aber ab 7:45 standen wieder alle auf der Matte, um sich vom Tai Chi Lehrer wachrütteln zu lassen, und um dann gleich wieder in die geistig-seelische Versenkung geschickt zu werden!

Nach Lauf und Frühstück war dann eine längere Radtour nach Blavand geplant. Schöne Landschaft, Seen und moderate Wege bestimmten die Fahrt. Der Berichterstatter trennte sich wegen unzuträglicher werdender Rennradbedingungen und überließ die Restgruppe der Mountainbiker sich selbst. Man verabredete sich an einem unbestimmten, halbwegs bekannten Eiskiosk, den nur Frank, wahrscheinlich aus Jugendtagen, vage in Erinnerung hatte.

Der RRfahrer gab Gas, weil er einen Umweg von ca. 12 km zu fahren hatte, konnte aber nach Ankunft und 10 x Pendeln zwischen verschiedenen Eisdielen, seine Kollegen nicht ausmachen. Verschollen, verfranzt oder gar ein Unglück?
Nach den Erfahrungen des ersten Fahrradausfluges wurde alles in Erwägung gezogen. Mit riesiger zeitlicher Verspätung dann doch ein erstes Licht- und Farbzeichen am dänischen Horizont: ALG – Trikots ließen keinen Zweifel – eine inhomogene, leicht zerstrittene Radlertruppe kam beim besten Eisladen der Stadt nach und nach an. Bei Kaffee, Eis und Polser wurden denn auch die Ursachen flugs benannt, die Missstimmungen schnell nebensächlich und alle waren im Rausch des Softeises wieder versöhnt…. Kurz erwähnt: Unsere Jungs waren durch das größte zusammenhängende Militärgebiet Dänemarks gefahren. Neben kaputten Panzern und Granaten, Munition und desolaten Wegverhältnissen (teilweise nur schieben und tragen der Räder) war dem einen oder anderen doch etwas mulmig geworden. Verbotsschilder, Warnlichter und Gefahrenanzeigen waren glücklicherweise jedoch alle außer Betrieb, so dass die NATO keine Bedenken hatte oder gar die Invasion einer feindlichen Macht befürchtet wurde. Spannungssteigernd und zeitraubend war allerdings noch, dass dem „Kompaniechef Frank“ die Navigation mangels Handyenergie entglitt, so dass ein neuer, vertrauenswürdiger Führer gefunden werden musste.
Ralf, zeitweilig leicht übersäuert, war es jedenfalls nicht, soviel sei verraten.

Dänemark-Freizeit

Klar, dass das Abendessen Stunden später wieder verspätet, aber besonders appetitlich eingenommen wurde. Köstlichkeiten, wild gegrillt von Gerhard nebst Helfern gab es zu dieser sonntäglichen Essensfete.

Der Montag verlief dann ohne Fahrradtour etwas gemäßigter und in ähnlich ruhigem Fahrwasser wie das morgendliche Tai Chi.

Raum blieb einigen auch noch für erste Badeerkundungen des Jahres am Nordseestrand. Während Gerhard als „black-man“ im Neo es sich schwimmend gemütlich im Wasser einrichtete,
war ein kleiner Rest der Gruppe immerhin wenige Sekunden schutzlos in den Fluten. 10 Grad ließen auch nicht mehr zu.

Erstaunlich wie erfrischend doch so ein kleines Kältebad ist und wie der Körper dann reagiert.

Mit vielen neuen Eindrücken, Ideen und Erlebnissen beladen reisten dann nach und nach die ersten Teilnehmer des Camps ab, bis auf die Wenigen, die am Dienstag morgen zwei blitzeblank vorgereinigte Häuser zurückließen.
Alles was nicht in die Pkw passte oder vergessen wurde, wie auch die Fahrräder, lud sich dann Gero auf seinen
An–Hänger. Ein Plus, wer über einen solchen, nebst Agrar–Haken, verfügt.

Alle sind wohlbehalten zurückgekommen und widmen sich inzwischen wieder den Alltagsstressfaktoren Familie, Arbeit oder Sportverein etc.

Was bleibt? Auf jeden Fall ein außergewöhnliches Zusammentreffen unterschiedlicher Menschen, die alle gespürt haben, dass so ein kleiner Abenteuersporturlaub auf unterschiedlichste Art und Weise erlebt wird und zusammenschweißt. Es liegt in dieser Art der Begegnung ein besonderer (kleiner) Zauber, den alle Teilnehmer/innen als Erfahrung in sich tragen.

Das könnten wir gern wiederholen, vielleicht mit mehr Leuten und in 3 Häusern?!

geschrieben von: Uwe Nörregaard